4,9 von 5 Sternen auf Trustpilot und 4,8 Sterne auf AppSumo* – keine Frage – Poppy AI ist bei den Nutzern beliebt! Ich habe das visuelle KI-Canvas-Tool jetzt ebenfalls seit einigen Wochen im Einsatz und kann die guten Bewertungen nachvollziehen. Wobei es auch ein paar Dinge gibt, die mir nicht so gefallen.
TL;DR Das wichtigste in Kürze
- Poppy AI ist ein visuelles KI-Tool mit unendlichem Canvas: Du ziehst Quellen wie YouTube-Videos, PDFs, Webseiten oder Bilder rein und arbeitest mit mehreren KI-Modellen direkt darauf.
- Die Stärke liegt nicht in einem einzelnen Feature, sondern in der Kombination: visuelles Arbeiten, schnelles System-Building und praktisch keine Lernkurve.
- Was mir fehlt: mehr Konnektoren und eine MCP-Schnittstelle. Außerdem ist der Credit-Verbrauch schwer kalkulierbar.
- Es gibt einen Lifetime-Deal (auf AppSumo und direkt bei Poppy) – einmal zahlen, dauerhaft nutzen.
Was ist Poppy AI?
Poppy AI ist ein visuelles KI-Tool. Wenn du ein neues Board öffnest, hast du erstmal eine unendliche Arbeitsfläche vor dir, auf die du per Drag-and-drop oder einfach mit Copy-and-paste alles Mögliche ziehen kannst – Videos, Dokumente, Website-Content, Code-Dateien, Werbeanzeigen, etc.
Diese Quellen kannst du dann nach belieben anordnen & gruppieren, mit Chatbots verbinden und dir so visuelle Projekte mit KI aufsetzen.

Hinter Poppy stecken übrigens Rafeh Qazi (vielen aus der Programmier-Community als Clever Programmer bekannt) und Naz Dumanskyy. Beide bezeichnen sich selbst als neurodivergent und haben das Tool genau deshalb so gebaut: Unser Gehirn denkt eben nicht in geraden, linearen Linien, sondern springt zwischen Ideen hin und her. Poppy bildet genau das ab. Vereinfacht gesagt ist es eine Kombination aus NotebookLM, Custom GPTs und der Projektfunktion von Claude – nur eben alles in einer visuellen Oberfläche.
Für wen ist Poppy AI geeignet?
Im Grunde für jeden, der visuell mit KI arbeiten möchte.
Besonders stark ist Poppy natürlich für alle, die Social Media und YouTube-Content machen (Content-Planung, Skripte erstellen). Und für alle, die das Tool im Marketing einsetzen, um sich Assets jeglicher Art erzeugen zu lassen – von Karussells, Werbeanzeigen über Präsentationen bis hin zu Promo-Bildern.
Wenn du dagegen nur ab und zu eine einzelne Frage an eine KI stellst, lohnt sich Poppy eher nicht – dann reichen klassische Tools, und der Credit-Verbrauch rechnet sich nicht.
💡 Lese-Tipp: Noch mehr nützliche Helfer findest du in meiner Übersicht der Übersicht der besten KI-Tools.
Wie Poppy AI funktioniert
Wie schon erwähnt bietet dir Poppy eine freie Arbeitsfläche auf der Inhalte (Quellen) jeglicher Art reinziehen kannst und diese mit KI-Technologien verbinden kannst um damit zu arbeiten. Du kannst auch mehrere Quellen in einer Gruppe bündeln. Nehmen wir mal an, ich erstelle gerade viele Videos zum Thema Claude: Dann suche ich direkt in Poppy nach Videos zu Claude, filtere auf die am besten performenden Inhalte aus diesem Monat und ziehe mir mit einem Klick die Top 10 in eine Gruppe.

Der Vorteil einer Gruppe: Ich kann sie komplett mit einem Chat verbinden, statt jede Quelle einzeln anzuhängen.
Im Chat wähle ich dann mein Modell – zb. Claude Sonnet oder GPT 5.5 etc.. Und hier wird es richtig flexibel: Du kannst dir mehrere Chatboxen mit unterschiedlichen Modellen, Prompts und Einstellungen auf ein einziges Board legen. Also in etwa so, als hättest du mehrere Custom GPTs nebeneinander – eine Flexibilität, die du mit einem einzelnen Claude-Projekt oder Custom-GPT so nicht hinbekommst.

Ein kleiner Trick, den ich richtig praktisch finde: Du kannst innerhalb eines Chats die verbundenen Quellen gezielt einzeln referenzieren. So sagst du der KI ganz genau, auf welche Gruppe / Quelle sie sich gerade beziehen soll.

Funktionen im Überblick
Hier die wichtigsten Funktionen von Poppy AI auf einen Blick:
- Visueller Canvas: die unendliche Arbeitsfläche – das Herzstück von Poppy.
- Content-Import: Du kannst jegliche Art von Inhalten reinziehen – YouTube-Videos, Webseiten, PDFs, Bilder, Social-Media-Posts, Code-Dateien und mehr.
- Automatische Transkription: Videos werden direkt ausgelesen und transkribiert, ohne dass du einen Finger rühren musst.
- Social-Media-Recherche: Direkt in Poppy kannst du nach Top-Inhalten suchen und sie aufs Board ziehen.
- Meta-Werbeanzeigen: Auch Facebook-Ads lassen sich direkt recherchieren und einbinden – praktisch für die Konkurrenzanalyse.
- KI-Chats: Du kannst mehrere KI-Chat-Boxen einfügen, sie mit den verschiedenen Inhalten als Kontext verbinden, zwischen verschiedenen LLMs wählen (Claude, GPT, Gemini) und direkt Bilder generieren lassen.
- Chatbot-Feature: Einen fertig aufgebauten Chat kannst du öffentlich zugänglich machen – quasi als eigenes kleines KI-Tool für andere.
- Alles verknüpfbar: Quellen, Gruppen und Chats lassen sich beliebig miteinander verbinden.
- Vibe-Coding: Landingpages, Präsentationen und mehr kannst du dir direkt auf dem Board vibe-coden lassen.
Und genau das ist die Besonderheit von Poppy: Du siehst direkt vor dir, wie du mit der KI arbeitest und was du dir aufgebaut hast – ein ganzes System auf einen Blick.
So nutze ich Poppy AI konkret
Damit das nicht zu abstrakt klingt, hier zwei echte Beispiele von mir.
Das erste visuelle KI-Canvas, das ich mir aufgebaut habe, ist ein System rund um meinen Kurs Das KI-Blogging-System mit Claude, das ich als Marketingboard nutze.

Der Aufbau: eine Gruppe mit allen Infos zu meinem Kursprodukt – eine kurze Übersicht, die Landingpage (deren Videos Poppy automatisch transkribiert hat), meine komplette Kursplanung mit allen Modulen und Lektionen sowie ein Produktbild. In einer zweiten Gruppe liegen interessante YouTube-Videos, die sich ebenfalls mit Blogerstellung und KI beschäftigen.
Verbinde ich beides mit einem Chat, kann ich Fragen stellen wie: „Du kennst meinen Kurs im Detail – schau dir diese Videos an und sag mir, ob da etwas Relevantes drin ist, das in meinem Kurs noch fehlt.“ So bekomme ich schnell Ideen, wo ich den Kurs noch stärker machen kann.
Das Beste: Ich habe für dieses System keine zehn Minuten gebraucht. Und als ich testweise einfach auf Karussell geklickt habe – ganz ohne weitere Anweisung – hat mir Poppy direkt ein fertiges Bild-Karussell als Marketingmaterial für den Kurs erstellt. Genauso könnte ich mir per Klick eine Webinar-Präsentation, Promo-Bilder oder eine Landingpage ziehen.
Das zweite Beispiel nutze ich für meinen YouTube-Kanal. Ich ziehe mir die Top-Videos zu einem Thema in eine Gruppe und meine eigenen Videos in eine zweite. Verbinde ich beide mit einem Chat, lasse ich mir daraus neue Videoideen generieren – inklusive fertiger Skripte und direkt in meinem eigenen Stil, den die KI ja aus meinen bestehenden Videos kennt.
💡 Noch ein Tipp für alle, die selbst einen YouTube-Kanal haben: Mit Poppy kannst du dir einen genialen Thumbnail-Creator bauen. Du legst eine Gruppe mit Fotos von dir an, eine zweite mit deinen Thumbnail-Regeln, verbindest beides mit einem Chat und einem Bildmodell – und musst pro Video nur noch dein Thema reinwerfen. Den Rest macht Poppy.
Was mir an Poppy AI fehlt
So begeistert ich bin – es gibt durchaus Dinge, die mir fehlen.
Das Erste sind Konnektoren. Vier Stück (Notion, Google Kalender, Gmail, Slack) sind mir ehrlich gesagt zu wenig. Immerhin steht ein „New“-Label dran, also gehe ich davon aus, dass da noch ausgebaut wird.

Was mir am meisten fehlt, ist MCP. Eine MCP-Schnittstelle würde es mir erlauben, Poppy direkt mit Claude zu verbinden. Dann könnte ich aus Claude heraus sagen: „Geh in mein Poppy-Board und bau mir dort ein neues Thumbnail“ – oder umgekehrt recherchierte Infos automatisch in eine bestimmte Gruppe in Poppy schieben. Das wäre extrem praktisch, gibt es aktuell aber nicht. Ich habe beim Support nachgefragt, und mir wurde versichert, dass MCP in den nächsten ein bis zwei Monaten kommt. In welchen Plänen es dann enthalten ist, konnte man mir aber noch nicht sagen.
Außerdem sind manche Funktionen in den günstigeren Plänen gesperrt. Der API-Zugang zum Beispiel ist erst in einem der höheren Pläne dabei. Damit könntest du Poppy an Automatisierungen anschließen, etwa um neue Videos deines Kanals automatisch in ein Board ziehen zu lassen. Mir persönlich ist API mittlerweile gar nicht mehr so wichtig – was ich wirklich will, sind die Konnektoren und MCP.
Ein letzter Punkt, für den Poppy aber wenig kann: Der Credit-Verbrauch ist ziemlich undurchsichtig. Bei einem Tool wie diesem lässt sich schlicht nicht vorhersagen, wie viele Credits eine Aktion frisst, weil das von zu vielen Faktoren abhängt – Modellwahl, Thinking-Stufe, Output und vor allem der Menge an Input.
💡 Gut zu wissen: Quellen reinziehen und transkribieren kostet null Credits. Du kannst also so viel Material auf dein Board ziehen, wie du willst. Erst wenn du große Transkripte oder viele Quellen tatsächlich an einen Chat anhängst und verarbeiten lässt, steigen die Kosten deutlich.
Preise: Der Lifetime-Deal
Für Poppy AI gibt es aktuell einen Lifetime-Deal auf AppSumo* – also einmal zahlen und dauerhaft nutzen. Und falls du das hier später liest und der AppSumo-Deal ausgelaufen ist: Es gibt auch direkt auf der offiziellen Poppy-Webseite einen Lifetime-Deal.
Auf AppSumo gibt es mehrere License-Tiers. Sie unterscheiden sich hauptsächlich in den monatlichen Credits. Mehr Funktionen (wie BYOK oder API-Zugang) gibt es erst in den höheren Plänen (ab Tier 4).

Fazit
Poppy AI ist für mich das beste visuelle KI-Tool, das ich bisher genutzt habe. Es gibt kein einzelnes Feature das besonders hervorsticht, sondern die Magie liegt im Zusammenspiel: visuelles Arbeiten, freie Organisation auf dem Board, schnelles System-Building und praktisch keine Lernkurve. Du startest sofort, und es macht ehrlich gesagt richtig Spaß, so mit KI zu arbeiten.
Perfekt ist es trotzdem nicht. Solange Konnektoren und MCP fehlen, bleibt Luft nach oben.





